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Sicherheitsbehörde warnt vor Chinas Einheitsfrontarbeit und kognitive Operationen gegen Taiwan

Kurz vor den Kommunalwahlen am 28. November warnt Taiwans Nationales Sicherheitsbüro vor möglichen Einflussversuchen Chinas. Behördenchef Tsai Ming-yen (蔡明彥) soll dazu am 22. Oktober im Parlament befragt werden. In einem bereits vorab eingereichten schriftlichen Bericht heißt es, die Kommunistische Partei Chinas nutze Technologie und persönliche Informationen, um die politischen Ansichten der Kandidaten, die Wahlsituation und Meinungsumfragen zu erfassen und eine Strategie der kognitiven Kriegsführung gegen Taiwan zu entwickeln, mit dem Ziel, die Wahlergebnisse zu beeinflussen.
Nach Angaben des Sicherheitsbüros wurden von Januar bis September über auffällige Konten mehr als 2,5 Millionen problematische oder umstrittene Online-Inhalte erfasst. Der Anteil solcher Inhalte auf Facebook sei von 43,6 auf 68,9 Prozent gestiegen, auf Threads von 4,5 auf 9 Prozent. Die Themen reichten von Energie, Lebensmittelsicherheit und Verteidigungspolitik bis zu Wahlprogrammen, öffentlichem Image und lokalen Bauprojekten einzelner Kandidaten.
Die DPP-Abgeordnete Wu Szu-yao (吳思瑤) sagte, Chinas Methoden zur Wahlbeeinflussung würden sich weiterentwickeln und verschärfen. Häufig würden chinesische Staats- oder Online-Medien zunächst eine bestimmte Narrative gegen einzelne Kandidaten setzen, wie etwa gegen den Bürgermeisterkandidaten Puma Shen. Diese werden dann von taiwanischen Medien, Politikern und Kommentatoren weiterverbreitet. Wu rief die Öffentlichkeit dazu auf, sich psychisch auf Verleumdungskampagnen und negative Wahlkampftaktiken vorzubereiten und gemeinsam gegen eine Einmischung der KPCh in Taiwans demokratische Wahlen vorzugehen.
Der KMT-Abgeordnete Huang Ren (黃仁) sagte, Chinas Einheitsfrontarbeit und kognitive Operationen gegen Taiwan gebe es nicht nur während Wahlzeiten. Mit Blick auf Künstliche Intelligenz warnte er, nachbearbeitete Stimmen, Gesichtsausdrücke und Videos könnten heute sehr echt wirken; deshalb müssten Abgeordnete und Kandidaten besonders wachsam sein.
Das Sicherheitsbüro berichtete außerdem, dass staatliche Online-Dienste in den ersten neun Monaten des Jahres im Schnitt täglich mehr als 2,58 Millionen Mal angegriffen oder gestört worden seien. Seit Juni nehme diese Zahl zu; im Juli seien insgesamt mehr als 100 Millionen Vorfälle festgestellt worden. Die Behörde schließt nicht aus, dass China im Vorfeld der Wahlen Informationen sammelt und Störungen vorbereitet.


