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Festlandkommission wirft China Einmischung in Taiwans Wahlkampf vor

Taiwan wirft China eine offene Einmischung in den Kommunalwahlkampf vor. Anlass sind neue Strafmaßnahmen Pekings gegen eine Firma des Vaters von Puma Shen (沈伯洋). Shen tritt Ende November für die Demokratische Fortschrittspartei (DPP) bei der Bürgermeisterwahl in Taipei an. Das sei eine unverhohlene Einmischung in Taiwans demokratische Wahlen, sagte Chiu Chui-cheng (邱垂正) am Freitag im Parlament. Er leitet die Festlandkommission, die in Taiwan für die Beziehungen zu China zuständig ist. Peking solle Taiwans freie und demokratische Lebensweise respektieren und das Ergebnis fairer Wahlen anerkennen.
Das chinesische Büro für Taiwan-Angelegenheiten hatte am Mittwoch angekündigt, eine weitere Firma von Shens Vater zu sanktionieren. Peking wirft dem Vater vor, sich in China zu bereichern. Der jüngere Shen hat sich als Experte für chinesische Desinformation einen Namen gemacht, Peking stuft ihn als Separatisten ein.
Chiu warnte, China werde sich wahrscheinlich weiter in Taiwans Wahlen einmischen. Das könne grenzüberschreitender juristischer Druck sein oder groß angelegte Desinformation. Die Regierung werde faire Wahlen garantieren und die Rechte aller Kandidaten schützen.
Der stellvertretende Leiter der Festlandkommission sprach von einem bekannten Muster. Erst erhöben Medien Vorwürfe, dann folgten Sanktionen und Überwachung. So sei es bereits im vergangenen Jahr gewesen. Shens Vater sei Geschäftsmann in Ecuador. Er bestelle Waren in China und verkaufe sie in Lateinamerika, damit verschaffe er China sogar Devisen. Als problematisch gelte in Taiwan, wer sich von der Kommunistischen Partei einladen lasse und über politische Kontakte an Aufträge komme. Dazu gehöre Shens Vater nicht.


