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Taiwans Parlament befreit Senioren von Krankenversicherungsbeiträgen

Ältere Menschen in Taiwan sollen künftig keine Beiträge mehr zur staatlichen Krankenversicherung zahlen müssen. Das taiwanische Parlament verabschiedete am Freitag eine entsprechende Änderung des Seniorenwohlfahrtsgesetzes. Dafür stimmten die oppositionelle Kuomintang (KMT) und die Taiwanische Volkspartei (TPP), die gemeinsam die Mehrheit im Parlament haben. Die Befreiung gilt für alle über 65-Jährigen, deren Einkommensteuersatz unter 20 Prozent liegt. Ausgenommen sind also nur Besserverdienende. Bisher bezuschussten die Städte und Landkreise die Beiträge nach eigenen Regeln. Künftig übernimmt die Zentralregierung die Kosten landesweit einheitlich.
Gesundheitsminister Shih Chung-liang (石崇良) von der DPP-geführten Regierung kritisierte die Änderung scharf. Sie widerspreche dem Grundsatz, dass jeder nach seiner Leistungsfähigkeit zahle. Entweder müssten nun die Beiträge für die Jüngeren steigen. Oder das Budget der Krankenversicherung wachse langsamer, was die Lage von Ärzten und Kliniken verschlechtere. Oder der Staat müsse mehr Steuergeld zuschießen, das dann bei anderen Sozialleistungen fehle.
Die über 65-Jährigen machten ein Fünftel der Bevölkerung aus, verursachten aber mehr als 42 Prozent der Ausgaben der Krankenversicherung, sagte Shih. Deren Budget liegt im kommenden Jahr bei umgerechnet mehr als 27 Milliarden Euro. Die Befreiung koste zwar nur zusätzlich rund 800 Millionen bis gut eine Milliarde Euro. Sie beschädige aber das gesamte System.
Wahlen seien etwas Vorübergehendes, sagte Shih. Ende November finden in Taiwan Kommunalwahlen statt. Die Menschen seien aber auf eine stabile Krankenversicherung angewiesen.



